UZBEKISTAN - AN UNDERRATED TRAVEL DESTINATION

Als uns unser Geographie – Professor eröffnete wohin die Studienreise gehen würde, haben wir alle erst mal etwas entsetzt dreingeblickt. Das Ziel sollte Usbekistan sein. Außer, dass es sich um einen ehemaliger UdSSR - Staat in Zentralasien mit hauptsächlich muslimischer Bevölkerung handelt, wusste eigentlich keiner so recht, auf was wir uns da einließen. Auch wenn ich heute noch von der Reise erzähle, schütteln zuerst einmal alle den Kopf und stellen die gleiche Frage: „Und wieso genau dort hin?“

Wir starten unsere Rundreise in der Hauptstadt Tashkent, welche vor allem durch sowjetische Bauten geprägt ist.
Von dort aus fliegen wir in die Stadt Urganch, welche am linken Ufer des Flusses Amudarja liegt. Nach einer ca 30 km langen Busfahrt erreichen wir die Oasenstadt Chiwa. Dort erwartet uns orientalischer Charme vom Feinsten. Die ganze Altstadt wirkt wie ein einziges Museum unter freiem Himmel. Die vier M (Moscheen, Medresen, Minarette und Mausoleen) werden von einer mit Zinnen verzierten Festung umzäunt.

Nach dem „Tausend-und-Eine-Nacht“ würdigen Sonnenuntergang begeben wir uns auf die Fahrt in die beiden Wüsten Kysyl-Kum und Kara-Kum. Kysyl-Kum bedeutet soviel wie „Roter Sand“, sie ist eine Kies- und Sandwüste an der Grenze zu Turkmenistan, welche im Norden durch den Fluss Syrdarja, im Südwesten durch den Amudarja begrenzt ist.
Die Wüste Kara-Kum (übersetzt: „Schwarzer Sand“) befindet sich ebenso im Norden Usbekistans an der Grenze zu Turkmenistan. Als Geografie-Studenten lassen wir uns die Gelegenheit nicht nehmen und genießen das Wüstenfeeling pur, indem wir unter freiem, endlos weitem Nachthimmel beim Lagerfeuer unsere bisherigen Erlebnisse Revue passieren lassen, um dann eine Nacht in der Wüste - in sogenannten Jurten - zu verbringen.

Ebenso wie Chiwa besticht die Oasenstadt Buchara mit ihrem orientalischen Flair und den wunderschönen Bauten. Das Mausoleum der Samaniden ist ein Highlight für mich, da es nicht wie üblich mit den blau und türkis bemalten Mosaiken oder Fliesen verziert ist, stattdessen beeindruckt es mit Mustern und Strukturen aus gebrannten Ziegeln. Der rundherum angelegte Garten ist natürlich genauso sehenswert.

Angekommen in Samarkand, der wohl bekanntesten Stadt an der Seidenstraße, gönnen wir uns ein paar freie Stunden in der Altstadt. Wir finden einen tollen Tee-Laden, in dem wir nach typisch usbekischer Tradition eine Tasse Kräutertee genießen. Zum Abschluss bewundern wir noch die prachtvollen Moscheen am weltbekannten Registan Platz. Auch hier gibt es wieder die typischen, blauen Fassaden mit feinen Mustern zu bewundern.

Mit ein paar Jahren Abstand zur Reise erkenne ich nun, warum unser Professor uns dieses schöne Land nicht vorenthalten wollte. Die Einwohner der Oasenstädte sind überaus gastfreundlich und lebensfroh. In den kleinen Gassen findet man entzückende Handwerkskunst wie zum Beispiel das typisch usbekische, reich verzierte Keramikgeschirr, farbenfrohe Schals oder einfach nur hübsch bemalte kleine Tonfiguren. Buchara und Samarkand sind zwei sehr schöne Städte mit eindrucksvollen Bauten. Mein orientalisches Highlight ist und bleibt aber die Oasenstadt Chiwa. An den Sonnenuntergang über den Dächern der Stadt werde ich mich noch mein ganzes Leben lang gerne zurück erinnern. 



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